Die Musik im Barock

Im prunkvollen Zeitalter des Barocks wurde der Kultur mitunter durch die Förderung feudaler Financiers zur Blüte verholfen. Könige instrumentalisierten große Orchester und hauseigene Kapellmeister zur Darstellung ihrer Machtposition. Doch nicht nur für die Könige, sondern auch für die Generationen bis heute sollte sich diese Investition auszahlen.

Das Maßlose, Dekadente und Überladene der Gefühlswelt der Menschen wurde, wie auch in der Literatur, durch die Affekte zum Ausdruck gebracht. Jede musikalische Komponente, sei es die Melodie, der Rhythmus oder die Farbe des Klangs, wurde auf die Betonung starker Emotionen hin ausgelegt. Moll- und Dur-Tonarten drückten nun das aus, was die sich bis dato bewährten Kirchentonarten in einem Leben zwischen ‚memento mori‘ und ‚carpe diem‘ nicht mehr auszudrücken vermochten.

Vielleicht gerade durch den Gegensatz des strengen Pietismus auf der einen und den unbändigen Lebenshunger auf der anderen Seite, entstanden wahrhaft imposante Werke wie Claudio Monteverdis ‚L’Orfeo‘ (1607), die als die erste Oper überhaupt gilt. Die Oper entstand hier als neue Kunstform und wurde damals zum Liebling der populären Unterhaltungskultur. Solisten gewannen an Bedeutung und wurden gefeiert wie Popstars. Doch nicht nur die Oper, auch Sonaten, Kantaten und Oratorien entsprangen dem höchst innovativen Zeitalter des Barocks.

Kastraten wurden zu heiß begehrten Sängern und galten bei Komponisten wie Vivaldi, Bach und Händel mit ihren divenhaften Attitüden als ungemein anstrengend. Auch die Tanzbegeisterung nahm unter den barocken Zeitgenossen zu. Jean-Baptiste Lully, der am Hofe Ludwig XIV. wirkte, sorgte mit seinen Suiten dafür, dass das höfische Leben nicht stillstehen konnte. Auch durch die Oper entstand im Barock das Gesamtkunstwerk, welches Schauspiel und Tanz, sowie Malerei und Architektur zusammenführte und damit großartiges hervorbrachte.

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Gabriel de Saint-Aubin (1724-1780) Lully’s Opera “Armide” Performed at the Palais-Royal 1761 Pen, watercolor and gouache over graphite pencil on paper 48.3 x 67.3 cm (19 x 26 ½ in.) Museum of Fine Arts, Boston, Gift of Elizabeth Paine Card, in memory of Robert Treat Paine the Second

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Die barocke Literatur

Die barocke Literatur kann als ein einziges Wechselbad der Gefühle betrachtet werden. Liebe und Hass, Weltlust und Todessehnsucht bestimmen in dem von Krieg geprägtem unbeständigem Zeitalter gleichermaßen das Leben. Hin und her gerissen zwischen der Begierde das Leben vollends auszukosten, ausgedrückt durch den Leitsatz des carpe diem, und dem allgegenwärtigem Vergänglichkeitsbewusstsein, dem memento mori, versucht man sich in der Literatur ein Weg durch das Dickicht der Gefühle zu bahnen.

In den Texten von Andreas Gryphius, dem wichtigsten Vertreter der deutschen Lyrik, schmilzt den Protagonisten das Glück und der Erfolg wie Eis in den Händen und der Verfall all weltlichen Seins scheint unausweichlich. Ebenso wird alles Streben nach idealen Maximen in dem wichtigsten Roman der barocken Literatur des Hans Jakob Christoph von Grimmelshausens „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ (1669) in einer Welt der Exzesse und der Gier als wahnwitzig empfunden und verworfen.

Dennoch gibt es auch in der barocken Literatur ein Bedürfnis nach Ordnung und der Wille zur Form gewinnt durch Martin Opitz‘ „Buch von der Deutschen Poeterey“ (1624) an Wert. Die Poetik legt zunehmend Wert auf Metrik und Abgrenzungen literarischer Gattungen. Die Pflege der Sprache wird zum wichtigen Anliegen der Lyriker des 17. Jahrhunderts, was den Impuls zur Gründung von Sprachgesellschaften gibt. Doch auch hier schleicht sich die dem Menschen eigentümliche Lust an Maßlosigkeit ein, und eine Überladung von Stilmitteln wie Allegorien und Metaphern sind die Folge. Die Neigung zum Effekthaften wird der Mensch nun mal nicht los.

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Die mi.arte Künstler verteilen Flyer!

Die mi.arte Künstler Olivia Heredia und Andreas Betschart flyern fleissig in der Altstadt von Zug in passender Montur und Kulisse!

Das erste Konzert des musikalischen Projektes AMOR IN MUSICA beginnt in 5 Tagen in Zug.

Weitere Informationen finden Sie auf Konzerte oder auf Facebook.

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Flyer

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Woher kommt der Begriff des Barocks?

Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff „Barock“ erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts fest etabliert und wird seitdem für alle Kunstgattungen, also für Literatur, Musik, Malerei und Bildhauerei verwendet. Doch woher kommt der Begriff des Barocks?

Obwohl sich die Experten nicht ganz sicher und einig sind, ist bisher folgende Theorie vorherrschend: Der Ausdruck „Barock“ geht auf das portugiesische Wort „barucca“ zurück, was so viel bedeutet wie „seltsam geformte Perle“. Als Ausdruck der Juweliersprache soll dieser Begriff seit 1581 belegt sein. „Barucca“ wurde zunächst auch für Beschreibungen von etwas benutzt das „sonderbar“, „regelwidrig“, „wider den guten Geschmack“ sowie übertrieben „lächerlich“ war. Ähnlichkeiten gibt es auch mit dem Wort „verruga“, was in der portugiesischen Sprache Warze bedeutet. In die gleiche Richtung geht der italienische Begriff des „barocco“, das zusätzlich auch für betrügerische Transaktionen, Fälschung und Wucher angewandt wurde.

Woher kommt also dieser Name?

Im Barock liebte man alles was voller Verzierungen war. Man schätzte den Glanz, die Schnörkel und das Prächtige. Insbesondere nach der Renaissance, die nach Giorgio Vasari den Höhepunkt der Kunst definiert, wurde versucht die Kunst der Zeit danach durch übertriebene Überspitzung zu legitimieren. Vielen war das zu kitschig, übertrieben, schwülstig, albern oder eben „schief“. Darum wurde der Begriff „barocco“ im kulturhistorischen Kontext vorerst abfällig für die Beschreibung von solcher Kunst bezeichnet.

Zuerst wurde der Begriff des „barocco“ als Kategorie der Beschreibung von Werke italienischer Architektur des 17. Jahrhunderts verwendet. Im 18. Jahrhundert wurde der Begriff „baroque“ in Frankreich auf alles angewandt, was mit dem klassischen Begriff von Architektur nicht konform war. Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff „Barock“ erst seit ca. Mitte des 19. Jahrhunderts etabliert, um den schmuckreichen Kunststil des 17. und 18. Jahrhunderts in allen Kunstgattungen zu beschreiben.

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Bald ist es wieder soweit: AMOR IN MUSICA geht in die zweite Runde

Liebe Kultur-Freunde

Bald ist es wieder so weit! Die Kulturproduzenten mi.arte laden herzlichst ein, die aufregende und überwältigende Zeitreise in den Barock zu unternehmen.

AMOR IN MUSICA geht mit einem neuen Programm in die zweite Runde. Wir halten Sie auf dem Laufenden mit Hintergrundinformationen und Trivia zum Zeitalter des Barocks und mit Einblicken hinter die Kulissen. Bleiben Sie informiert und verpassen Sie nichts mehr: Folgen Sie uns auf Facebook

In drei Konzerten (2. April, 3. April und 17. April 2016) wird Ihnen die kreative Welt der Kultur und Musik des Barocks näher gebracht. Drei der wichtigsten Barock-Komponisten G. F. Händel, J. B. Lully und A. Vivaldi werden Sie in die Zeit der Dynamik führen. Kostüme und Tanzeinlagen vermitteln Ihnen die Welt des Pracht- und Prunkvollen.

Alles in allem eine sinnliche Einladung, sich in den Zeitgeist des Barocks zu versetzen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an einer unserer Konzerte in Zug, Zürich oder Wil (SG).

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Vier Fragen an Olivia Heredia, Initiatorin und Mezzosopran des Konzertprojektes AMOR IN MUSICA

Welche Werke gelangen an den Konzerten zur Aufführung?
Wir spielen italienische Werke von Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel sowie Arien des französischen Hofkomponisten Jean-Baptiste Lully. Französische Barockmusik klingt hell und durchsichtig, italienische Barockmusik lebt hingegen von zahlreichen Verzierungen und ihrer Opulenz.

Neben der Musik wird ein Maître de Plaisir auftreten. Wie muss man sich seine Rolle vorstellen?
Den Maître de Plaisir gab es schon am Hofe von Louis VIX. Dieser koordinierte und organisierte die Vergnügungen am Hof und trat als Zeremonienmeister auf. Bei unserem Konzert führt er das Publikum durch das Programm und sorgt dabei für einige Überraschungen.

Sie werden in Barockkostümen auftreten. Von wo haben Sie diese Kostüme?
Alle Kostüme sind Handarbeiten, daher sind sie ziemlich kostbar. Stephan Mester hat sich sein Kostüm in der Schweiz auf den Leib schneidern lassen. Ich habe mein Kleid in einem Kostümatelier in Venedig erworden. Venedig ist dank des Karnevals einer der wenigen Orte, in denen das Handwerk der historischen Schneiderkunst noch existiert.

Was ist das Besondere am Konzertprojekt AMOR IN MUSICA?
Wir bieten mit AMOR IN MUSICA ein Konzerterlebnis für die Sinne. Unser Ziel ist es, mit der Musik, dem Tanz, den historischen Instrumenten und den Kostümen einen unmittelbaren Zugang zu dieser längst vergangenen Zeit zu schaffen. Die Zuhörer sollen nach unserem Konzert mit einer neuen Erfahrung im Herzen nachhause gehen.